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14 November 2006 Ansprache von Edmond Israel Frau Bundeskanzlerin, Herr Premierminister, Herr Präsident des Luxembourg
Parlamentes, Herr Hofmarschall, Herr Ehrenstaatsminister, Exzellenzen, Meine Damen und Herren, „Heute ist ein Tag wie kein
anderer“. Diese ersten Worte eines deutschen Liedes kommen mir in diesem
Augenblick in den Sinn. Ja, heute ist für Luxemburg ein ganz besonderer Tag,
denn heute ehren wir eine große Deutsche, eine große Europäerin, eine Staatsfrau
des 21. Jahrhunderts, die eben dieses neue Jahrhundert in einem erheblichen Masse
mitgestaltet. Ihr Wirken, Frau Bundeskanzlerin, geht weit über die Grenzen
Ihres Landes und Europas hinaus. Unser Premierminister,
Jean-Claude Juncker, hat das soeben in seinem so eigenen, persönlichen Stil prägnant
und brillant zum Ausdruck gebracht. Frau Bundeskanzlerin, erlauben Sie
mir ein persönliches Bekenntnis. Sie erfüllen die Sehnsucht all jener
Menschen, ob jung oder alt, für eine zukunftsorientierte und nicht in der
Vergangenheit erstarrte Politik. Der Pfeil der Zeit zeigt in eine Richtung,
nach vorne Systeme in der Natur sind nie geschlossen. Das lehrt uns die
Physik, die fundamentalste aller Wissenschaften. Menschen, die in fest gefügten, geschlossenen
Kategorien denken, haben Scheuklappen vor den Augen. Diese Menschen, wenn Sie
Macht für sich beanspruchen und auch ausüben, sind gefährlich. Hingegen Sie, Frau Bundeskanzlerin,
rufen die Menschen auf Vertrauen zu haben, und nicht skeptisch an die Dinge
heranzugehen. Sie denken als Wissenschaftlerin und handeln pragmatisch. Sie
fühlen ganz genau den Puls unserer Zeit, die ungeahnten Chancen, welche der wissenschaftliche
Fortschritt und die Technologie den
Menschen heute bieten. Aber Sie sind sich auch der Gefahren, ins besondere
die des Terrorismus bewusst. Sie beschreiten neue Wege, um auf
internationaler Ebene konstruktive Lösungen zu erarbeiten, damit diese
Bedrohungen, welche die ganze Menschheit betreffen, bewältigt werden. Wachsamkeit
gepaart mit Vertrauen in die Zukunft sind die Leitmotive Ihrer Politik. Prinzip Hoffnung, so wie es
Ernst Bloch ausdrückte, aber keine Hoffnung in passiver Erwartung sondern in
dynamischer Gestaltung sind Ihre Leitlinie.
In diesem Sinne erstreben Sie, Frau Bundeskanzlerin, in enger Zusammenarbeit mit Deutschlands europäischen
Partnerländern, ein modernes Europa welches resolut den Weg der Wissenschaft
und der Technologie beschreitet und die Erkenntnisse der Forschung auch in
die Tat umsetzt, ein Europa wo die
jungen Menschen sich an kreativem Schaffen
und Wirken begeistern. Dies alles, Frau
Bundeskanzlerin, haben Sie sich zur Aufgabe gestellt, und Sie gehören zu den
Menschen, die zielbewusst das verwirklichen, was sie sich vorgenommen haben. Sie
handeln in tiefer Erkenntnis der universellen ethischen Werte, die Ihr Wesen
bestimmen. Ab 1. Januar 2007 wird
Deutschland für sechs Monaten die Präsidentschaft Europas übernehmen. Es ist
meine tiefe Überzeugung, dass Sie und Ihre Minister während dieser Zeit weitere Akzente setzen werden für ein
Europa als Eckpfeiler einer neuen und friedvollen Welt in einem neuen
Jahrhundert. Meine Damen und Herren, Ich
danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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